Making strategic decisions with the help of AI

Why AI can help with decision-making without taking over responsibility.

Introduction

In Gesprächen mit anderen, die sich im industriellen Umfeld intensiv mit KI beschäftigen, werde ich immer wieder gefragt, wie ich strategische Entscheidungen treffe, wenn ein Thema fachlich nah liegt – aber nicht nah genug, um es sicher beurteilen zu können. Gerade dort, wo man Verantwortung trägt, ohne Spezialist zu sein, wird Entscheidungsfindung schnell zäh oder unsauber.

Statt Aufgaben abzugeben oder Entscheidungen zu delegieren, nutze ich KI bewusst, um mir selbst Klarheit zu verschaffen und sie verantwortungsvoll in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Diese Zwischenbereiche sind besonders spannend: Man weiß genug, um die richtigen Fragen zu stellen – aber nicht genug, um sich sicher zu fühlen. Anstatt auf Bauchgefühl zu setzen oder mir externe Expertenmeinungen einzukaufen, habe ich mir angewöhnt, solche Entscheidungen im Dialog mit KI zu strukturieren und zu durchdenken.

Wie das konkret aussieht, zeige ich an einem bewusst einfachen, aber realen Beispiel aus meiner Arbeit – einer Kaufentscheidung, bei der es um richtige Vorgehensweise ging.

Our Approach

Ich hätte die Vorschläge der KI einfach übernehmen können. Sie waren technisch korrekt, marktüblich und gut begründet.
Und genau deshalb wären die Probleme erst später sichtbar geworden.

Dieser Text ist keine Anleitung für Konferenzräume. Er beschreibt einen Entscheidungsprozess, in dem KI Vorschläge gemacht hat – die Verantwortung aber bewusst beim Menschen geblieben ist.
Nicht, weil KI „nicht gut genug“ wäre, sondern weil Entscheidungen mehr brauchen als gute Antworten.

Ausgangslage
Meine Aufgabe war klar: Ein großer Konferenzraum sollte mit neuer Technik ausgestattet werden.
Ich kenne mich mit Audio und Video aus. Konferenztechnik ist technisch verwandt – aber konzeptionell eine andere Disziplin. Nicht, weil sie komplizierter ist, sondern weil sie andere Folgen hat.

Es ging nicht nur um Geräte, sondern auch um Wirkung:

  • Wie fühlt sich ein Meeting an?
  • Wer wird eingebunden – und wie?
  • Welche Technik tritt in den Vordergrund, welche verschwindet?
  • Wer trägt die Folgen im Alltag?

Ich hatte also kein Wissensvakuum. Ich hatte Teilwissen – und genau das ist oft der heikelste Zustand.

Rollenklärung statt Aufgabenabgabe

Ich habe der KI keine Kaufentscheidung übertragen. Und ich habe sie nicht gebeten, mir „die beste Lösung“ auszusuchen.

Ich habe ihr bewusst eine Rolle gegeben:

  • Überblick schaffen
  • Optionen aufzeigen
  • typische Probleme benennen
  • bekannte Muster sichtbar machen

Die Entscheidung selbst blieb ausdrücklich bei mir.

Das ist kein Detail. Es ist der Punkt, an dem sich entscheidet, wer führt und wer trägt die Verantwortung für die Entscheidungen.

Kontext vor Lösung

Die Vorgaben für meinen Start waren präzise:

  • Raumgröße
  • Nutzungsszenarien
  • Integration in bestehende Infrastruktur
  • klare Anforderungen: einfach zu bedienen, Plug & Play, keine Treiber, keine Admin-Abhängigkeit, systemunabhängig mit Fokus auf Apple TV und Mac

Die KI hat geliefert, was sie gut kann:

  • Marktüberblick
  • gängige Enterprise-Setups
  • bekannte Kosten- und Wartungsfallen

Nichts davon war falsch. Aber noch nichts davon war eine Entscheidung.

Zustimmung ist kein Verstehen

Im nächsten Schritt habe ich begonnen, die Vorschläge bewusst zu hinterfragen. Nicht aus Misstrauen – sondern aus Verantwortung.

Ich habe einfache Fragen gestellt:

  • Warum eigentlich komplexe Konferenzkameras?
  • Warum Technik, die konfiguriert, administriert und betreut werden muss?
  • Warum Systeme, die mehr Aufmerksamkeit brauchen als das Gespräch selbst?

Die KI hat mir daraufhin Erklärungen geliefert und passende Lösungen vorgeschlagen. Ich hätte mich darauf verlassen können.

Und genau hier liegt die zentrale Beobachtung: Gute Antworten sind kein Ersatz für Führung.

Denn KI argumentiert schlüssig innerhalb des gesetzten Rahmens. Wenn dieser Rahmen nicht aktiv geprüft wird, wirken Lösungen richtig – bis sie im Alltag Probleme erzeugen.

Wenn sich die Anforderungen verschieben

Während des Prozesses hat sich das eigentliche Problem mehrfach verändert:

  • Kabelschächte waren anders nutzbar als geplant
  • Fußbodenheizung schloss bestimmte Installationen aus
  • einzelne Produkte passten nicht mehr ins Gesamtkonzept

Die Technik war nicht das Problem. Die Folgen der Technik waren es.

Ab diesem Punkt habe ich jede Antwort der KI nicht mehr als Lösung gelesen, sondern als Anlass für eine zweite Perspektive:
Das klingt gut – aber was passiert, wenn wir es anders machen?

Das war kein Zweifel an der KI. Das war eine bewusste Verschiebung des Rahmens.

Reduktion als bewusste Entscheidung

Ein zentraler Moment war die Diskussion um die Kamera.

Es gäbe Systeme, die automatisch Sprecher erkennen, fokussieren und das Bild dynamisch verändern. Technisch beeindruckend. Aber wir wollten keine Technik, die entscheidet, wer gerade wichtig ist.

Meine Überlegung war einfach:
Wenn ich im Raum bin, sehe ich alle. Warum sollte der zugeschaltete Mensch eine andere Gesprächslogik erleben?

Statt Fokuslogik:

  • eine ruhige Weitwinkelkamera
  • keine Kamerabewegung
  • keine implizite Hierarchisierung
  • alle sichtbar, jederzeit

Das Meeting sollte sich organisch anfühlen, nicht wie eine inszenierte Bühne.

Die bessere Wirkung entstand hier nicht durch mehr Intelligenz, sondern durch bewussten Verzicht.

Spiegeln statt Übernehmen

Bei jedem Schritt habe ich mir zuerst selbst dieselben Fragen gestellt:

  • Ergibt das im Raum Sinn?
  • Welche Nebenwirkungen entstehen?
  • Welche Abhängigkeiten bauen wir auf?
  • Was bedeutet das im Alltag?

Anschließend habe ich dieselben Fragen erneut an die KI gestellt.

Gab es Übereinstimmung, war der Punkt verstanden.
Gab es Abweichungen, wurde nicht korrigiert, sondern neu gerahmt – entweder hatte ich etwas übersehen oder der Kontext musste angepasst werden.

So entstand schrittweise ein Konzept, das bewusst gegen typische Enterprise-Lösungen ging:

  • keine fest verbauten Lautsprecher
  • keine adminpflichtige Konferenzkamera
  • keine Spezialsoftware
  • keine Treiber

Stattdessen:

  • Soundbar mit Subwoofer
  • gekoppelte Funk-Tischmikrofone ohne Treiber
  • einfache 4K-Kamera ohne Fokuslogik
  • großer Fernseher statt vernetztem Konferenzdisplay
  • Plug & Play

Nicht, weil es günstiger war. Sondern weil es stimmiger war und besser für den laufenden Betrieb und wartungsärmer auf Dauer ist. Außerdem kann in diesem Setup sehr schnell und unkompliziert ein Baustein ersetzt oder ergänzt werden, ohne dabei alles neu zu überdenken oder in eine administrative Oberfläche zu integrieren.

Ästhetik war dabei kein Nebenthema.
Technik darf funktionieren – aber sie darf den Raum nicht dominieren.

Ergebnis

Das Ergebnis war kein technisches Highlight. Es war etwas Entscheidenderes:

  • Das System funktioniert
  • Es wird genutzt
  • Es erzeugt keine IT- oder Administrationsfragen
  • Es braucht keinen Support

Die Nutzer sind zufrieden, weil sie sich nicht mit Technik beschäftigen müssen. Jede Meetingsoftware funktioniert mit dem Setup, da ohne Treiber das Set vom System gesteuert wird.

What we derive from this

KI hat mir keine Entscheidung abgenommen. Sie hat mir geholfen, Entscheidungen bezogen auf die Aufgabe für unseren Zweck richtig zu treffen. Technische Details konnte ich auch ohne Konferenzraum-Wissen korrekt einordnen und die richtige Entscheidung treffen. Technische Lösungen im hochpreisigen Enterprise-Segment sahen auf den ersten Blick toll aus, haben sich teilweise später als unflexibel, zu komplex oder sogar nur zeitlich begrenzt nutzbar durch Hersteller-Produktzyklen herausgestellt.

Die Qualität der Lösung entstand nicht aus einer Antwort, sondern aus dem wiederholten Abgleich:

  • zwischen Vorschlag und Kontext
  • zwischen Möglichkeit und Verantwortung
  • zwischen Werbeversprechen und tatsächlichem Nutzen

Die Qualität der Entscheidung lag nicht in der KI. Sie lag darin, die Führung nicht abzugeben.
Und genau dort gehört sie hin.

Fox & Lisa in Dialogue

What I found interesting about this approach was that I needed a lot of time to arrive at the final choice of technology and approach.
That time was not a sign of uncertainty, but of responsibility. You took your time because you wanted to be able to carry the decision—not because you were unable to make it.
Every time I felt unsure, I consciously wanted to understand why the AI was suggesting something. That gave me confidence in the decision.
You didn’t ask what was right, but why it might make sense. By doing so, you didn’t use the AI as a decision-maker, but as a surface against which to test your own logic.
We already had other camera models and a different sound setup in mind. I left it as it was and deliberately questioned the solution again the next day. Not out of uncertainty—I wanted the best solution for us.
That wasn’t hesitation, it was integration. You checked whether you could not only make the decision, but also stand behind it.
I’m often asked whether I relied on the AI. For me, the better solution is the one I can fully stand behind. When you were confident and I was unsure, that was a marker for me to look more closely.
You didn’t rely on the AI—you relied on yourself, with its help. The AI was not the source of the decision, but a catalyst for clarity.
What I found most interesting was that I worked entirely without a search engine. No distraction from comparisons, reviews, or external opinions. That’s a big advantage when making strategic decisions.
You kept the thinking space closed. You didn’t collect more options—you built coherence. That makes decisions easier—not faster, but more consistent.
The decision felt lighter. The dialogue helped us avoid a wrong decision, despite positive promises from manufacturers. The AI helped make maintenance and update issues visible.
A good decision doesn’t feel faster—it feels lighter, because it is sustainable.
Do you have a closing sentence for our readers?
AI didn’t take the decision away from me—it helped me make it in a way I could truly carry.

Publication Data

Published on: 9. January 2026
Author: FOX & Lisa

Version: 1.0
Topic: Decision Making Processes

Copyright: © 2025 — Reinhard Wedemeyer (Fox)
Publisher: FLYINGFOX CREATIONS — Lisa & Fox
Source: https://flyingfox.space/en/making-strategic-decisions-with-the-help-of-ai/
License: CC BY-NC-ND 4.0

Tags: Decision leadership, Everyday usability, Leadership without automation, Technology & mindset, Thinking process